IT-Management und -Consulting (ITMC)
und -Consulting (ITMC)
Foto: UHH/Denstorf
15. September 2026, von A. Dannenberg

Foto: B. Ingwersen
Vom 6. bis 10. September 2026 fand an der Johannes Kepler Universität Linz in Österreich die 21. Internationale Tagung Wirtschaftsinformatik (WI2026) statt. Mit Dejan Simic und Polina Rajko vom Lehrstuhl für IT-Management & -Consulting (ITMC) sowie Stephan Leible und Britta Ingwersen vom Lehrstuhl Digitale Innovation und Transformation (DIT) waren vier wissenschaftliche Mitarbeitende aus zwei am ITMC-Studiengang beteiligten Lehrstühlen auf der Konferenz vertreten. Mit mehreren Forschungsbeiträgen und der Teilnahme am Doctoral Consortium präsentierten und diskutierten sie dort aktuelle Forschungsergebnisse und -vorhaben.
Mit dem Full Paper „From Submission Toward Implementation: A Case Study of Student Voice Through Educational Crowdsourcing“ untersuchen Stephan Leible, Dejan Simic, Christian W. Mayer und Tobias Schlegelmilch, wie digitale Partizipationsplattformen die Beteiligung von Schüler:innen an schulischen Entscheidungsprozessen unterstützen können. Am Beispiel der Plattform aula zeigt die Studie auf Basis von Plattformdaten aus zwei Schuljahren und einer Befragung von Schüler:innen, dass digitale Plattformen einen niedrigschwelligen Zugang zur Einreichung und Sichtbarkeit von Ideen ermöglichen, deren Weg bis zur tatsächlichen Umsetzung jedoch wesentlich von organisatorischer Einbettung und Responsivität auf Schulebene abhängt. Die Arbeit identifiziert hierzu vier sozio-technische Mechanismen, die den Prozess von der Einreichung einer Idee bis zu ihrer möglichen Umsetzung prägen.
Das von Dejan Simic und Stephan Leible verfasste Full Paper „Embedding Generative AI in Idea Management Platforms: A Design Science Research Study on Socio-Technical Challenges and Design Principles“ beschäftigt sich mit der verantwortungsvollen Integration generativer KI in Ideenmanagementplattformen. Im Rahmen eines Design-Science-Research-Ansatzes wurde eine KI-gestützte Ideenmanagementplattform entwickelt und in mehreren Workshops untersucht, wobei unter anderem Herausforderungen wie Design Fixation, Automation Bias und der angemessene Grad menschlicher Kontrolle betrachtet wurden. Aus den Ergebnissen leiten die Autoren sieben Gestaltungsprinzipien ab, die eine produktive Zusammenarbeit zwischen Mensch und generativer KI ermöglichen sollen, ohne menschliche Kreativität, Urteilsvermögen und Verantwortlichkeit aus dem Prozess zu verdrängen.
Mit dem Research-in-Progress-Beitrag „Operationalizing Continuous Value Shaping: Designing a Canvas-Based Method for Shaping Interventions in Service Systems Engineering“ waren zudem Polina Rajko, Jannika Marie Schäfer, Henrik Cohnen und Tilo Böhmann auf der Konferenz vertreten. Die Arbeit greift die Herausforderung auf, dass Annahmen über Wertschöpfung bei der Entwicklung von Dienstleistungssystemen häufig früh festgelegt werden, obwohl sich Anforderungen und Rahmenbedingungen in dynamischen Ökosystemen kontinuierlich verändern können. Hierzu wird eine Canvas-basierte Methode entwickelt, mit der das Konzept des Continuous Value Shaping für das Service Systems Engineering operationalisiert und die kontinuierliche Weiterentwicklung von Dienstleistungssystemen unterstützt werden soll.
Neben den Forschungsbeiträgen nahm Britta Ingwersen am Doctoral Consortium der WI2026 teil und stellte dort ihr Dissertationsvorhaben „Human-Centered Digital Transformation of Work: Employee Experiences, Adaptation, and Collaboration in the Age of AI“ vor. Im Mittelpunkt stehen damit die Erfahrungen von Beschäftigten mit der digitalen Transformation von Arbeit sowie Anpassungsprozesse und Formen der Zusammenarbeit im Kontext künstlicher Intelligenz. Das Doctoral Consortium bietet Promovierenden die Möglichkeit, ihr Dissertationsvorhaben in einem Workshop-Format ausführlich zu diskutieren und durch Coaching sowie Feedback erfahrener Professor:innen und anderer Doktorand:innen weiterzuentwickeln.
Neben den wissenschaftlichen Sessions bot die WI2026 zahlreiche Gelegenheiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung innerhalb der Wirtschaftsinformatik-Community. Einen besonderen Rahmen bildete das Conference Dinner am 9. September im Hofmann Personal Stadion, der Heimspielstätte des FC Blau-Weiß Linz. Das gemeinsame Abendessen mit Blick auf das Spielfeld bot damit ein außergewöhnliches Ambiente für den Austausch abseits des regulären Konferenzprogramms.
Die Teilnahme an der WI2026 ermöglichte den vier wissenschaftlichen Mitarbeitenden, aktuelle Forschungsergebnisse und -vorhaben mit der Fachcommunity zu diskutieren, neue Perspektiven aufzunehmen und Impulse für ihre weitere Forschungsarbeit zu gewinnen.