Disputation von Ante Vilenica, 19.12.2013, 14:15 Uhr, Raum F-534
19. Dezember 2013, von Reinhard Zierke

Foto: Fachschaft Informatik
Einladung zur hochschulöffentlichen Disputation
von Herrn Dipl.-Inf. Ante Vilenica
Donnerstag, 19. Dezember 2013 um 14:15 Uhr
im Informatikum, Vogt-Kölln-Str. 30 Raum F-534
„Anwendungsentwicklung selbstorganisierender Systeme: Systematische Konstruktion und Evaluierung “
Abstract:
Für moderne verteilte Anwendungen mit stark dezentraler Steuerung und hohen Adaptionsanforderungen in dynamischen Umgebungen hat sich das Paradigma der Selbstorganisation (SO) als vielversprechender Lösungsansatz herausgestellt. Die besondere Bedeutung dieses Konzeptes ergibt sich aus der Möglichkeit, damit Anwendungen zu entwickeln, die zur Laufzeit selbstadaptives Verhalten aufweisen. Derartige Anwendungen sind im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen in Informations- und Kommunikationssystemen, wie z.B. die zunehmende Heterogenität, Interaktionsdichte, Dynamik und Komplexität, von besonders hoher Relevanz. Im Rahmen der Realisierung selbstorganisierender Anwendungen hat sich neben der reinen Modellierung vor allem deren systematische Umsetzung in entsprechende Softwaresysteme als besonders schwierig dargestellt.
Daher charakterisiert diese Dissertation zunächst im Rahmen einer Anforderungsanalyse die jeweils speziellen Herausforderungen für die Phasen der Konstruktion und Evaluation, die sich bei der softwaretechnischen Nutzbarmachung des Konzeptes der SO ergeben. Dabei wird u.a. die grundlegende Bedeutung dezentraler Koordinationsfunktionalität deutlich gemacht. Darauf aufbauend wird ein neuartiges Konzept für die Konstruktion selbstorganisierender Systeme vorgeschlagen. Dieses beinhaltet eine Integrationsarchitektur, die auf konzeptioneller Ebene von einer Trennung von funktionalen Aspekten und solchen der Koordination ausgeht. Auf technischer Ebene demonstriert eine dazu korrespondierende Referenzimplementierung die Möglichkeit einer weitgehend nahtlosen Integration des Lösungskonzeptes in ein etabliertes Framework zur Implementierung verteilter Anwendungen. Für die anschließende Evaluierungsphase der so vorgeschlagenen Systemarchitektur wird dazu ein Konzept zur quantitativen Bewertung der Laufzeiteigenschaften selbstorganisierender Anwendungen erarbeitet, welches u.a. auch eine weitgehende Automatisierung dieser Tätigkeit ermöglicht. Es umfasst u.a. eine Methodik, welche die Evaluierung schrittweise anleitet, eine deklarative Beschreibungssprache zur Spezifizierung von Evaluationsszenarien sowie eine dazu korrespondierende Ausführungsumgebung.
Als Ergebnis dieser Dissertation sind damit sowohl ein neuartiger Ansatz zur Konstruktion selbstorganisierender Anwendungen als auch eine zugehörige Entwicklungsumgebung entstanden, die auf konzeptioneller wie auf technischer Ebene integrierte Lösungskonzepte zur systematischen Konstruktion und zur weitgehend automatisierten Evaluierung selbstorganisierender Anwendungen umfassen.
Kontakt:
Prof. Dr. Christopher Habel
(Vorsitzender des Fach-Promotionsausschusses Informatik)